7 Möglichkeiten für die Einleitung Deiner Präsentation

Der Sinnspruch des Titelbildes dürfte vielen bekannt vorkommen. Auch im Kontext von Referaten, Vorträgen und Präsentationen transportiert der Spruch in aller Kürze eine sehr wichtige Botschaft: Deine Einleitung in den Vortrag ist von großer Bedeutung!

Gute Nachricht für Dich:
Ich werde Dir in diesem Beitrag ausführlich sieben Möglichkeiten mit Beispielen für die Einleitung Deines Vortrags vorstellen und was Du mit einem tollen Einstieg bezweckst.
In Kurzversion rate ich Dir: Beginne Deinen Vortrag z .B. mit…
  • einem Zitat einer berühmten Person
  • einer aktuellen Nachricht oder Statistik
  • einem Bild, einer Tondatei oder einem Videoclip
  • einer (Um-)Frage
  • einer persönlichen Geschichte
  • einem geschichtlichen Ereignis
  • einer spaßigen Aktion oder Witz

Info: Für den Fall, dass Du einen Vortrag auf Englisch halten musst, habe ich für Dich hier einige passende, englische Satzbausteine zusammengeschrieben.

Falls Dich eine Einleitung besonders interessiert:

So nicht: Wie Du Dein Publikum garantiert langweilst

Um zu verstehen, was einen guten Einstieg ausmacht und was für Funktionen dieser erfüllt, lohnt sich der Blick auf einen typischen Beginn einer maximal durchschnittlichen Präsentation.

In Zeiten von Powerpoint beginnt ein 0815-Vortrag (zu) oft mit der klassischen Einstiegsfolie, am besten noch mit irgendwelchen fancy Texteffekten, zusammen mit den halblaut vorgetragenen Worten:

Äh,…ja…hallo zusammen auch von meiner Seite und willkommen zu…äh…meinem Vortrag. Ich heiße Hans Müller und..äh…möchte heute über das Thema XYZ sprechen.“

schlechte Einstiegsfolie beispiel

Dieser typische Beginn ist ob der Eintönigkeit und der Vorhersehbarkeit oft sehr langweilig.

An diesen Infos ist in aller Regel nichts inhaltlich falsch, aber ein solcher Einstieg lässt so ziemlich alle Funktionen eines gelungenen Einstiegs außer acht!

Worauf es bei einer guten Einleitung wirklich ankommt

Schon bevor Du mit Deinem Thema beginnst bzw. es explizit nennst, zeige Deinem Publikum, dass es sich lohnt, Dir zuzuhören!

Ein guter Einstieg in Deinen Vortrag sollte die folgenden drei Funktionen erfüllen:

Funktionen einer guten Einleitung:
  • Aufmerksamkeit schaffen
  • Sympathie der Zuhörer erlangen
  • Interesse wecken

Bevor Du also Dein Thema nennst, leitest Du ähnlich wie bei einem Erörterungsaufsatz  auf Dein Thema hin.

Du lässt Deine Zuhörer wissen, warum Dein Thema interessant ist und bringst sie dazu, Dir zuhören zu wollen.

Formulierst Du das noch in einer Interesse weckenden Frage, so stellt diese Deine Leitfrage oder Forschungsfrage (etwas formeller) dar, welche oft gefordert wird. Diese Leitfrage kannst bzw. solltest Du dann am Ende des Vortrags wieder aufgreifen und beantworten.

Wie Du nun eine gelungene Einleitung genau umsetzen kannst, zeige ich Dir gleich.

Kurz nochmal zur 0815-Einstiegsfolie: Diese erfüllt eben keine der drei Funktionen eines gelungenen Einstiegs, sondern schreckt sogar eher ab. Nur von der Nennung des Themas ist keiner wirklich motiviert und Deinen Namen kennen im Seminar die meisten und in der Schulklasse hoffentlich alle…

Oft besteht jedoch die Pflicht, diese trockenen Infos der Vollständigkeit halber in die Präsentation mit aufzunehmen, sei es auch noch so langweilig. Dir verbietet es allerdings (hoffentlich!) aber niemand, selbst den besten Zeitpunkt für diese Infos zu wählen!

Das heißt, Du kannst schon die typische Einstiegsfolie mit Thema+Name zeigen, allerdings erst nach Deinem eigentlichen Einstieg. So handhabe ich das mittlerweile bei meinen Vorträgen.

Mein Tipp:
Ich steige mit einem besonderen Einstieg ein, so wie ich es Dir gleich anhand von mehreren Beispielen zeige, und leite dann über mit „…heute stelle ich euch also (Thema XY) vor. In diesem Vortrag geht es um (Kurzbeschreibung)…“ wobei bei diesen Worten doch die Einstiegsfolie mit meinem Namen darauf zu sehen ist.

Wie Du Deinen Vortrag beginnst

Auch dieser Beitrag hatte einen bestimmten Einstieg, nämlich einen Sinnspruch als Titelbild; manch ein Flegel spricht gar von einer Floskel.

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite ChanceSprichwort

Sententiöse Einleitung

Bei einer Einleitung mit einem Zitat, Sinnspruch oder einer Redewendung spricht man von einem sententiösen Einstieg (sententiös = knapp formuliert).

Ein Zitat, vorangestellt und natürlich zum Thema passend, ist eine meiner liebsten Einstiegsvarianten, da bei nahezu allen gesellschaftlichen, geschichtlichen oder politischen Themen berühmte Sätze berühmter Personen gesprochen wurden.

Dieses Zitat kann beispielsweise den Sachverhalt auf den Punkt bringen (so wie der Spruch in diesem Beitrag) oder aber zu einem wichtigen Moment Dein Thema betreffend gesagt worden sein.

Mit einem vorangestellten Spruch oder Zitat schaffst Du Aufmerksamkeit (Funktion 1: check) und weckst Interesse (Funktion 3: check), da Du den Zuhörer erstmal einen Satz an den Kopf wirfst und sich dann Deine Zuhörer fragen, worüber denn dieser Vortrag geht und wie das Zitat da passen soll.

Die Sympathie (Funktion 2) erlangst Du dadurch, dass Du die Zuhörer nicht von Anfang an langweilst und dass sie möglicherweise den Spruch wiedererkennen und sich kurz darüber freuen können (Funktion 2: check).

Sententiöse Einleitung: Beispiele

Lass mich Dir nun ein paar Beispiele geben, wie ich einen Spruch bzw. ein Zitat schon eingesetzt habe oder bei typischen Themen einsetzen würde:

Verzögerung fiskalischer Konsolidierung (Uni, Wirtschaft, Seminar):
Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgenSinnspruch

Überleitung (sinngemäß): bekannter Sinnspruch, aber Sparmaßnahmen werden dennoch oft aufgeschoben. Heute Thema: Warum bei der Fiskalpolitik dieser Sinnspruch bisweilen ignoriert wird….

Vergil (Schule, Oberstufe, Latein):
Magnae spes altera romae – Des großen Roms zweite HoffnungCicero

Überleitung: (Zitat & Übersetzung vorlesen), so wurde Vergil vom berühmten Marcus Tullius Cicero in Bewunderung bezeichnet. Warum Cicero so begeistert von Vergil war, erzähle ich nun in diesem Referat…

Korruptionsfall in Italien (Uni, Politik, Seminar):
Lo facevano tutti – Das machten alleBettino Craxi

Überleitung: (Zitat): „Das sagte Bettino Craxi, Chef der sozialistischen Partei Italiens, bei einer gerichtlichen Anhörung zum Korruptionsfall, den ich heute vorstellen werde. Und das Besondere an diesem Fall: Craxi hatte Recht!…“

Aktuelle Einleitung

Sehr nahe heran an einen Einstig mit einem Zitat oder Spruch kommt der aktuelle Einstieg“

Diese aktuelle Einleitung meint einen Verweis auf aktuelle, themenrelevante und interessante Daten oder Fakten.

Darunter fallen auch aktuelle Umfrageergebnisse, bspw. Politbarometer-Umfragen zu einem brisanten Thema, oder ein kürzlich beschlossenes Gesetz oder schlicht ein Zeitungsausschnitt, was dann sozusagen ein aktuelles Zitat wäre.

Durch die Aktualität schaffst Du es leicht, Interesse und Aufmerksamkeit zu wecken. Du zeigst dadurch auch sofort die Relevanz Deines Themas, kannst also gut begründen, warum es sich bei diesem Thema lohnt, Dir zuzuhören.

Solche aktuellen Beiträge zu finden bzw. überhaupt zu suchen, dürfte nicht so schwer fallen. Eine Google Suche mit dem Schlagwort plus „Umfrage“ oder ein paar Zeitungsnamen für zitierfähige Schlagzeilen sollen hier schon sehr brauchbare Ergebnisse liefern.

Für mich fällt unter Aktualität alles, was ein Jahr und jünger ist. Jünger ist natürlich immer gut, aber solange diese Zeitspanne nicht in mehreren Jahren gemessen wird, gehe ich von Aktualität aus. Stelle dafür einfach bei der Google Suche den Zeitraum auf z. B. „letztes Jahr“ ein.

Aktuelle Einleitung: Beispiele

Fußball in Italien (Teil 1):

Ein Vergleich mit Deutschland (Schule, Seminarkurs Italien, 13. Klasse):

Einstieg-Vortrag-Präsentation-Italien-Fussball

➡ Überleitung (sinngemäß): Sehr raues Stadionklima in Italien, anders als hier in Deutschland, gerade auch nach dem Sommermärchen 2006. Woher kommen solche drastischen Szenen in bella italia; wie lassen sie sich zumindest ein bisschen erklären?

Zusammenhang zwischen Wahlen und Staatsfinanzen (Uni, Wirtschaft, Seminar):

„Wladimir Putin erhöht kurz vor der Wahl die Renten“ (Berliner Morgenpost 01/2012)

➡ Überleitung: In dieser Überschrift wird die Verbindung bestimmter fiskalpolitischer Maßnahmen, nämlich der Rentenerhöhung, und den herannahenden Wahlen thematisiert. Es wird in meinem Vortrag nun um genau diese Beziehung zwischen…

Verzögerung fiskalischer Konsolidierung (Uni, Wirtschaft, Seminar):

„Konsolidierung der Staatsfinanzen ist ein Muss“ (Handelsblatt 01/2013)

„Französischer Finanzminister beteuert Willen zur Konsolidierung“ (reuters, 01/2013)

„Europas Defizitsünder bekommen Aufschub“ (stz.de, 05/2013)

Überleitung: Mit zwei Jahren Aufschub konnte auch Frankreich rechnen, obwohl sie ja den Willen zur Konsolidierung hatten. Allerdings kommt es offenbar zur Verzögerung fiskalischer Konsolidierung. Um genau dieses Thema geht es heute in meinem Vortrag. Es geht also um Erklärungen, warum fiskalische Konsolidierungs-Maßnahmen trotz einer Dringlichkeit nicht immer rasch umgesetzt werden

Gesellschaftspolitisches Thema (Schule/Uni):

„Neue Studie zeigt: X % der Deutschen denkt Z“

Überleitung: Obwohl X % der Deutschen Z denkt, ist der gegenwärtige Zustand noch immer Y. Wie kann das sein? Über den Zustand Y und die Möglichkeit, doch Z umzusetzen, werde ich im heutigen Vortrag sprechen.

Beispiel-Themen: NPD-Verbot, Mindestlohn, Steuererhöhungen, Tierschutz, Atomkraft,…

Ein aktuelles Beispiel einer solchen Studie zum Thema Ladenöffnung an Sonntagen findet sich etwa bei bei Statista.

Mediale Einleitung

Den Rat zu einem medialen Einstieg, also mit einem Bild, Ton oder Video, wirst Du sicher schon mal gehört haben oder (hier auf der Webseite) gelesen haben.

Ein Einstieg mit Medien ist wirklich eine Top-Gelegenheit, das Publikum zu fesseln, sich die Aufmerksamkeit zu sichern und besonders hier auch die Sympathie. Denn irgendwie gefällt einem ein (gut ausgewähltes!) Bild doch ganz besonders. Dieses Gefallen überträgt sich dann im Optimalfall auf Dich als Person und Deinen Vortrag, sodass auch der Notengeber Dir wohlwollend gegenüber steht.

Eine kurze Seitenbemerkung hier: Vorsicht beim Thema Urheberrecht. Solange Du im Klassenzimmer nur vor Schüler/Studenten vorträgst und die Präsentation nicht öffentlich zugänglich machst, mache ich mir hier keinen Kopf. Allerdings ist das wieder nur meine persönliche Auffassung, ich bin kein Anwalt, daher keine Gewähr!

Medien sprechen für sich und Dich

Aber zurück zum medialen Einstieg. Im Prinzip lässt Du die Medien bzw. das Medium für Dich sprechen.

Das Bild, der Ton oder das Video passen thematisch so zu Deinem Vortrag, dass sie auf Dein Thema hinleiten, davon einen Ausschnitt darstellen oder ein Beispiel bieten von dem, worüber Du noch detaillierter sprechen wirst.

In meinen Präsentationen habe ich die drei aufgezählten Medienarten alle schon mal verwendet. Daher hier als Beispiele für Dich der Einsatz von mir.

Da es sich hier aber um eine öffentliche Webseite handelt, muss ich nun genau dieses eben erwähnte Urheberrecht respektieren und darf die exakt verwendeten Daten nicht selbst hochladen, sondern gebe Dir nur eine Idee, anhand derer Du auf YouTube oder anderen Plattformen suchen könntest. Ein Beispiel wie es aussehen könnte, das ich so aber nicht selbst verwendet habe, ist aber noch mit Bild angefügt.

Mediale Einleitung: Beispiele

Polenfeldzug 1939 der deutschen Wehrmacht (Schule, Geschichte, Oberstufe):

Rede Adolf Hitlers zum Kriegsbeginn als Audio-Datei. Auf der Powerpoint Folie war ein Bild Hitlers bei einer Rede zu sehen.

Fußball in Italien (Teil 2):

Ein Vergleich mit Deutschland (Schule, Seminarkurs Italien, 13. Klasse): Letzten zwei Minuten WM Halbfinale 2006 als Videoclip mit italienischem Kommentar (Link zu YouTube).

Überleitung: Vergleich auf dem Platz hat Italien gewonnen. In diesem Vortrag geht es um den Vergleich D – Italien abseits des Platzes, dafür aber um das Thema Fans, Infrastrukturen und Vereinsstrukturen.

Föderalismus in Deutschland (Uni, Politik, Seminar):

Bild Adenauer bei Unterzeichnung Grundgesetz + Zitat Artikel 20 GG

➡ Überleitung: Schon im GG ist in Artikel 20 festgehalten, dass Deutschland ein föderaler Bundesstaat ist. Das heißt Föderalismus ist in Deutschland ein festes Grundprinzip. Über eben diesen Föderalismus in Deutschland soll es heute im Vortrag gehen…

Ähnlich wie beim letzten Beispiel kannst Du auch bei anderen Gesetzestexten verfahren, solltest Du etwa in Gemeinschaftskunde (so hieß das bei mir in der Schule zumindest) oder in Politik ein passendes Thema haben.

Zu fast allen Grundgesetz-Textpassagen passt aus meiner Sicht, wie gerade schon erwähnt, Konrad Adenauer.

Interaktive Einleitung

Du kannst Dein Publikum auch gleich zu Beginn auf kreative Weise mit einbeziehen, eine Verbindung zu ihm aufbauen und so das Publikum selbst ein Gefühl für das Thema bekommen lassen.

Bei einem Einstieg mit einer (direkten) Kommunikation mit Deinem Publikum spricht man von einem interaktiven Einstieg.

Diese Art des interaktiven und kreativen Starts enden im Idealfall mit einem positiven Gefühl des Publikums, dass es schon ein wenig was über das Thema weiß. Du zeigst so dem Publikum, dass nichts total Fremdes (oder gar Schlimmes) von Dir erzählt wird und schaffst so auch Vertrauen. Das gibt ein gutes Gefühl und das Publikum fühlt sich direkt „abgeholt“, wie es so schön heißt.

Interaktive Einleitung: Beispiele

Das kannst Du auf verschiedene Arten umsetzen:

  • Stelle zu Beginn eine Frage bzw. mache eine kleinen Umfrage. Das kann eine sehr simple Frage zu einem Überbegriff Deines Themas sein wie z. B.: „Wer von euch hat schon mal XY gesehen/gemacht/…?“ oder „Wer von euch erinnert sich noch an … das alte DM Geld?“. Daran kannst Du anschließen mit einer Einschätzung zum Kenntnisstand („Da seid ihr aber schon gut/nicht so gut informiert…“) und dann zum genauen Thema des Vortrags kommen. Oder Du stellst eine weitere, etwas spezifischere Frage, die noch direkter zum Thema hinleitet.

  • Lasse zu Beginn Dein Publikum schätzen zu einem wichtigen Aspekt Deines Themas: „Wie hoch schätzt ihr den Anteil von Beamten in Deutschland am öffentlichen Dienst?“ und sammle einige Vorschläge. Löse das Rätsel dann auf und beglückwünsche den/diejenige(n), der am nächsten dran lag. Bei der Frage und auch der Umfrage kannst Du entweder eine weiße oder schwarze Folie als Startfolie wählen, oder aber Du schreibst einfach die Frage auf die erste Folie.

  • Lasse Dein Publikum einige Begriffe nennen, die ihnen zu Deinem Thema einfallen („Was fällt euch als erstes beim Begriff Korruption ein?„). Sammle diese Begriffe eventuell an einer Tafel. Wahrscheinlich (und hoffentlich) decken sich einige der Vorschläge auch mit Deinem Vortragsinhalt, sodass Du auch hier wieder loben kannst, wie gut Dein Publikum informiert ist.

Persönliche Einleitung

Wenn Du Dir ein Thema ausgesucht hast, bei dem Du selbst schon Erfahrungen sammeln konntest, dann teile zu Beginn Deine Erfahrungen mit Deinem Publikum. So machst Du das Thema direkt „erlebbar“, greifbar und lebendig. Halte Dich dabei trotz Deiner Begeisterung dennoch kurz, also behalte die 1-3 Minuten bei wie bei einer Einleitung üblich.

Bei einem persönlichen Einstieg erzählst Du Deinem Publikum eine Geschichte aus Deinem Leben bzw. basierend auf Deinen Erfahrungen.

Dein Publikum begreift das Thema des Vortrags nicht mehr nur als abstrakte Lerneinheit, sondern als etwas Reales und etwas, das von Bedeutung sein kann. Diese Art des Einstiegs erfüllt insbesondere Funktion 2 eines gelungenen Einstiegs: Sympathie des Publikums erlangen!

Persönliche Einleitung: Beispiele

  • Erzähle von einem Auslandsaufenthalt bzw. Erasmus, wenn Du (zufällig oder absichtlich) eine Case Study zu diesem Land zu einem bestimmten Thema vorstellst.

  • Erzähle eine Anekdote aus Deinem Praktikum und den Bedingungen im „realen Alltag“ passend zu dem Thema des Vortrags.

  • Spiele ein Musikstück selbst vor, wenn Du es kannst und Lust hast (Vorschlag siehe Interview mit einer Lehrerin)

  • Ich konnte schon von einem Stadionbesuch in Palermo im Unterschied zu einem in Deutschland erzählen (vgl. Kleinigkeiten & special moments)

Historische Einleitung

Der historische Einstieg ist sowas wie eine Erweiterung des aktuellen Einstiegs auf einen längeren Zeitraum. Statt auf aktuelle Daten, Ereignisse oder Schlagzeilen zu verweisen, greifst Du beim historischen Einstieg auf besonders bekannte Beispiele aus der Geschichte zurück.

Der historische Einstieg meint einen Verweis auf geschichtlich bedeutende, interessante und themenrelevante Daten oder Fakten.

Diese Beispiele sollten und werden Deinem Publikum bekannt vorkommen.

Auf diese Weise zeigst Du Deinem Publikum die Relevanz des Themas durch die Bedeutung in der Geschichte: Dein Thema bzw. Bezugspunkte dazu waren offenbar schon „damals“ von großer Bedeutung, sodass es sich lohnt, auch heute noch darüber zu sprechen! Die Geschichte lehrt uns, dass…

Historische Einleitung: Beispiele

  • Hinweis darauf, dass ein bestimmtes Phänomen schon seit XY Jahren bekannt ist („Schon Machiavelli wusste…“); hier ist der Hinweis auch mit einem Zitat zu kombinieren (sodass es auch ein sententiöser Einstieg wäre)

  • Verweis auf das Wirken Ludwig Erhards/ John Maynard Keynes/ Karl Marx‘/ Joseph Schumpeters/… auf den Kapitalismus

  • Spektakulärer Korruptionsfall in der Vergangenheit als Aufhänger für einen Vortrag über Korruption im Allgemeinen

  • Erzählung über Lügen zu Beginn eines Krieges für dessen Rechtfertigung als Beispiel für Propaganda / „Fake News“ (Deutschlands Angriff auf Polen 1939, Brutkastenlüge & Massenvernichtungswaffen bei den Golf-Kriegen der USA)

Humoristische Einleitung

Um so richtig Aufmerksamkeit zu erregen und die Sympathie im Sturm zu erobern, kannst Du Deinen Vortrag mit einem Witz, einer geplanten Aktion voller Situationskomik oder einer ironischen Bemerkung starten. Also mit einem Einstieg, der Dein Publikum zum Schmunzeln oder am besten zum Lachen bringt!

Beim humoristischen Einstieg bringst Du Dein Publikum mit einer spaßigen Aktion zum Schmunzeln bzw. Lachen. Vorsicht: für Fortgeschrittene!

Gelingt Dir das, hängen Dir die Zuhörer (zumindest die ersten Minuten) an den Lippen. Doch diese besondere Art des Einstiegs ist mit Vorsicht zu genießen, denn ein Referat bzw. ein wissenschaftlicher Vortrag ist kein Kabarett! Dennoch wollte ich Dir diese Variante für Fortgeschrittene nicht vorenthalten. Selbst hab ich sie noch nie gewagt, habe aber ein Beispiel miterlebt (vgl. Special moments).

Humoristische Einleitung: Beispiel

  • Auf der ersten Folien abgebildet war ein Bild eines großen Schiffes inmitten von Eisschollen. Das hatte mit dem Thema nichts zu tun (Staatsfinanzen!). Eingestiegen ist mein Kollege mit den Worten: „Das ist mein Eisbrecher…(Sprechpause)…ich hoffe er wirkt“. Dann war kurz Stille und schließlich haben alle, auch die Dozentin, gelacht und ja, das Eis war gebrochen.
  • Das nächste Beispiel ist ein Video, das für sich selbst spricht. Das bringen nur wenige so hin… zu YouTube
  • Erzähle einen (kurzen) themenrelevanten Witz, z. B. zum Thema öffentlicher Dienst: Was spielen Beamte am liebsten? Beamtenmikado…wer sich zuerst bewegt, verliert…So geht zumindest das Klischee über Beamte…heute schauen wir mit einem differenzierteren Blick auf den öffentlichen Dienst in Deutschland…

Einleitung: Kombinationen testen

Gerade am Beispiel des medialen Einstiegs siehst Du, dass die vorgestellten Einstiegsarten nicht trennscharf sind, sondern auch zum Kombinieren sehr gut geeignet sind!

Wie im letzten Beispiel kannst Du ein Bild einer Person mit einem wichtigen Textausschnitt kombinieren. Dies funktioniert besonders gut, wenn Du zusätzlich zu dem eingesetzten Zitat (sententiöser Einstieg) noch das Konterfei des Urhebers abbildest (medialer Einstieg). Zu dieser Darstellung gibt es sogar noch zwei Tricks , um noch einen besseren Effekt zu erzielen…

Sehr Ähnliches gilt natürlich auch für Tondateien. Zu Reden oder zu Musikstücken kannst Du ein Bild des Redners bzw. Musikers einbinden. So habe ich es ja oben bei Hitlers berühmter Rede gemacht.

Sententiöser Einstieg und aktueller Einstieg liegen sowieso nahe beieinander, sodass hier ein aktuelles Zitat auch als sententiöser Einstieg gilt.

Eine Schätzfrage zu Beginn kann sehr gut mit einer Grafik der korrekten Zahlen ergänzt werden.

Eine persönliche Geschichte wird mit einem passenden Bild noch lebendiger. Usw.

Ich hoffe, die vorgestellten Möglichkeiten, einen Vortrag interessant zu beginnen, haben Dich für Deinen nächsten Vortrag inspiriert und Dich für eine Alternative zur 0815-Einstiegsfolie begeistert…

Quellen/Weiterlesen

schulzeux.de/deutsch/referat-aufbau

lehrerfreund.de: Einleitung Eroerterung

karrierebibel.de: Anleitung für den Auftakt

mypresentation.at

gutefrage.net/frage/kreativer-einstieg-referat

Business Punk: Aufmerksamkeit des Publikums bekommen

Bildquellen

Titelbild: eigenes Bild

Infografik: via statista

Bild Stadion Palermo: eigenes Bild

Nic

Nic

Ich bin Student, Generation Y und Espressogenießer. Auf diesem Blog gebe ich Dir viele Tipps, um einen super Vortrag zu halten.

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