Referat: Kleinigkeiten oder special moments

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen einem sehr guten und einem guten Referat machen. Kleinigkeiten, bei denen die Lehrerin oder der Lehrer sieht, dass Du Dir wirklich Gedanken zu Deinem Thema gemacht hast.

Ich gebe Dir in diesem Beitrag ein paar Ideen, was ich mit diesen Kleinigkeiten meine und wie ich diese schon eingesetzt habe.

Wozu das alles?

Eine Bemerkung vorab: Dieser Beitrag ist vornehmlich für Schülerinnen und Schüler geeignet. An der Schule spielt die Art der Referatsdarbietung eine wesentliche Rolle, wobei alles noch ein wenig „bunter“ zugehen darf als an der Uni. Für die Uni musst Du Dir (eher) überlegen, ob die Kleinigkeiten nicht zu aufgesetzt wirken.

Was meine ich mit „Kleinigkeiten“?

Ich meine mit diesen Kleinigkeiten Referatsbestandteile, die in gewisser Weise „special“ sind. Dinge, die eigentlich nicht notwendig für das Referat wären, aber „das gewisse Etwas“ haben und für ein positives Gefühl wie Freude oder Erstaunen oder sogar einen kurzen Schreck sorgen. Am besten verständlich wird’s mit Beispielen.

Die folgenden Beispiele sollen für Dich eine Inspiration sein!

Kleinigkeit 1: Trikots

Bei einem Referat in der siebten Klasse haben zwei Freunde und ich über Fußball in Schottland gesprochen. Wir drei waren (und sind) natürlich alle Fußball-Fans und wie es der Zufall wollte, hatten wir für das Referat passende Trikots: Zwei mal ein Trikot von Celtic Glasgow und eins der schottischen Nationalmannschaft. Diese Trikots trugen wir dann beim Referat. Auf dem Bewertungsbogen wurde diese Aktion positiv vermerkt.

Eine ähnliche Aktion haben ein Freund und ich sogar beim Referat zum Seminarkurs in der 12. Klasse (und damit dem mündlichen Abi) beim Thema Fußball in Italien – Ein Vergleich mit Deutschland gebracht. Da dieser Vortrag etwas seriöser war, hatten wir die Trikots nicht an, aber wir hatten sie an der Tafel befestigt: Ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft und eins der Squadra Azzurra.

Ziel: Zeigen, dass man sich voll mit seinem Thema identifiziert

Kleinigkeit 2: passender Filmausschnitt

Ich habe schon des Öfteren erwähnt (z.B. im Text über den Aufbau einer Präsentation), dass eine Möglichkeit, den Vortrag zu beginnen, darin besteht, einen Filmausschnitt bzw. einen Videoclip zu zeigen.

Auch dies ist für das Referat eigentlich nicht nötig und nimmt nur 10% der Zeit ein. Dennoch zeigt ein gut ausgewählter Clip, dass Du Dir einige Gedanken gemacht hast (Ziel):

  • Zum einen zeigt dies, dass Du in der Lage bist, einen passenden Clip auszuwählen;
  • zum anderen, dass Dir die Wirkung eines Medienmixes bzw. auch eines guten Einstiegs bewusst ist.
  • schließlich zeigt es, dass Du Zeit aufgewendet hast, um den Clip zeigen zu können, also Mühe (evtl. Videoschnitt oder zumindest Vorbereitung).

Das gilt auch, sofern Du den Clip an anderer passender Stelle statt zum Einstieg zeigst.

Bisher habe ich unter anderem folgende Clips bei meinen Referaten gezeigt:

  • Anfangsszene aus Gladiator beim Thema Römische Armee (zu YouTube) (Latein),
  • letzte zwei Minuten WM Halbfinale 2006 (zu YouTube) (Seminarkurs);
  • Anfangsszenen aus dem Film Blow zum Thema Kokain(zu YouTube) (Biologie).

Weitere Ideen sind Interview-Ausschnitte, besondere Redeausschnitte oder einen Ausschnitt aus einer Doku (z.B. der Arte Reihe Mit offenen Karten).

Ziel: Signalisieren von Kenntnis der Medienmix-Wirkung, Auswahlfähigkeit, Mühe für Details.

Kleinigkeit 3: Schrecken einjagen

Diese Aktion geht auf die Kappe meiner Schwester bei einem Referat über Stress, das Hormonsystem und deren Zusammenarbeit in der 13. Klasse in Biologie. Die Aktion war aber zu genial, um sie nicht hier zu erwähnen! Im Übrigen ist das Folgende auch ein super Beispiel für einen gelungenen Einstieg in ein Referat.

Also folgende Situation: In der Stunde, in der meine Sis das Referat halten soll, kommt der Lehrer zur Tür herein und kündigt eine spontane Abfrage an. Sofort bricht Entsetzen im Raum aus, vor allem bei denen, die abgefragt werden sollten. Nur meine Sis bleibt ruhig, geht nach vorne und verkündet, dass jetzt wohl alle eine aktuelle Vorstellung davon hätten, wie man sich in Stress- bzw. Angstsituationen fühlt. Dann hat sie ihr Referat begonnen.

Für den Ablauf war der Lehrer offensichtlich eingeweiht. Er war von dem Vorschlag begeistert und hat gerne mitgemacht.

Als Krönung hat sie für einen kurzen Zwischenschreck noch einen vorbereiteten Luftballon mitten im Vortrag platzen lassen.

Ziel: Durch die kleinen Einlagen entstand ein special moment; es wurden Emotionen geweckt!

Kleinigkeit 4: Persönliches zeigen

Für diesen Punkt passt das Wort „Kleinigkeit“ nicht immer. Besser trifft es hier womöglich auch special moment. Aber ich glaube, Du weißt inzwischen, welche Grundidee ich meine.

Eine Besonderheit in der sonst eher neutralen Wissensvermittlung kann eine persönliche Note sein. Schon bei der Themenauswahl rate ich (und auch Lehrerinnen und Professoren) dazu, etwas zu nehmen, zu dem Du selbst einen Bezug und echtes Interesse hast. Bei mir siehst Du das deutlich an den vielen Beispielen zu Fußball-, Politik- und Lateinthemen. Mir wäre ein Referat in Musik, in Chemie oder in Englisch viel schwerer gefallen, da hier nicht meine Interessen lagen.

Bei Themen, die Dir Spaß machen, kannst Du etwas Persönliches erzählen, z.B. eine kurze Erfahrung oder Story als Einleitung. Ich konnte beispielsweise von einem Stadionbesuch in Palermo im Unterschied zu einem in Deutschland erzählen (Seminarkurs).

Natürlich soll Deine Geschichte nicht ausufern und den eigentlichen Referatsinhalt verdrängen, aber als „Kleinigkeit“ und als Würze passen eigene Erfahrungen gut.

Weitere Möglichkeiten für Persönliches:

  • Spiele ein Musikstück selbst vor, wenn Du es kannst und Lust hast
  • Bringe eigene Gegenstände zur Demonstration mit:
    • Trikots,
    • Steine/Fossilien in Erdkunde,
    • Instrument,
    • ausländische Münzen,…
Ziel: Emotionen wecken; Sinne ansprechen; Dinge „erlebbar“ machen

Fazit: etwas, das hängen bleibt

Scheue Dich nicht, solche Kleinigkeiten, oder besser: außergewöhnlichen Dinge, im Referat einzusetzen.

Wie Du gesehen hast, können sie dafür sorgen, dass ein special moment entsteht, dass etwas hängen bleibt und dass Deine Lehrerin bzw. Dein Lehrer einen sehr positiven Eindruck von Dir, Deinem Einfallsreichtum und Deiner Mühe bekommt.

Quellen/Weiterlesen

Eigener Blog: Interview Lehrerin (war eine der Ideengeberinnen) und Interview Professor (plädiert für Identifikation mit dem Thema)

Bildquellen

Stadion Palermo: Eigenes Bild

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Nic

Nic

Ich bin Student, Generation Y und Espressogenießer. Auf diesem Blog gebe ich Dir viele Tipps, um einen super Vortrag zu halten.

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