Präsentation: Von Steve Jobs lernen

Alle von euch kennen das iPhone von Apple. Der geniale Kopf der Firma Apple und auch deren Gesicht nach außen war bis zu seinem frühen Tod 2011 Steve Jobs.

Doch nicht nur als Firmenchef war Jobs außergewöhnlich, sondern auch als Redner. Deshalb möchte ich Dir in diesem Beitrag die 3 Punkte darlegen, die ich von Steve Jobs Präsentationen und Reden gelernt habe und die ich auch selbst versuche, in meinen Vorträgen umzusetzen.

Gerade anhand der Präsentation zur Vorstellung des ersten iPhones 2007 (wie lange das schon wieder her ist!) lassen sich viele Dinge aufzeigen, die Jobs‘ Art zu präsentieren so besonders gut machen. Ich habe mir diese Präsentation selbst mehrmals angesehen, da ich so viel dabei gelernt habe. Die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte will ich nun mit Dir teilen.

Zunächst folgt aber kurz eine Vorstellung Steve Jobs‘, damit Du besser weißt, von wem Du nun Sachen lernen kannst.

Person

Steve Jobs war Gründer und auch, wie bereits erwähnt, lange Jahre Chef der Computerfirma Apple. Ein abgeschlossenes Studium hat Jobs übrigens nicht, obwohl er eine Zeit lang an einem Collage war. Dort besuchte er jedoch nicht die regulären Kurse, sondern lernte u.a. Kalligraphie, die Kunst der Schrift.

Diese Kunst, die zunächst sehr brotlos schien, konnte Jobs nach eigenen Angaben allerdings später bei der Entwicklung der Schriftarten für den Macintosh Computer nutzen, welchen er bei Apple entwickelte. Aus dieser, seiner Firma wurde er jedoch entlassen.

Als neues Projekt gründete Jobs daraufhin die Firma NeXT, ebenfalls eine Computerfirma, und er investierte in Pixar. Ja, das Pixar, das die tollen Animationsfilme produziert, wie z.B. Toy Story! Da Apple im Jahr 1996 Jobs neue Firma NeXT kaufte, kehrte Jobs so zu seiner alten Firma zurück und entwickelte dort bahnbrechende, neue Geräte wie den iPod oder das schon angesprochene und allseits bekannte iPhone.

Warum erzähle ich das alles? Du siehst an diesem kurzen Abriss, dass Steve Jobs viel erlebt hat, aber keinen wirklich geradlinigen Weg folgte. Allerdings konnte er von Vielem, was zunächst nicht nach etwas Sinnvollem aussah, doch noch profitieren.

Dank seiner Kreativität, seiner Überzeugung, etwas Gutes zu tun und seiner Hartnäckigkeit verbanden sich die Punkte seines Lebens zumindest in der Rückschau zu einer „logischen“ Abfolge für den Erfolg.

Solltest Du diese Geschichte von Jobs selbst hören wollen, so empfehle ich Dir wärmstens diese inspirierende Rede vor Absolventen in Stanford anzuhören (externer Link zu YouTube). Leider verstarb Steve Jobs schon im Jahr 2011 doch an Krebs, obwohl er diesen schon besiegt zu haben schien (siehe Rede).

Drei Tipps nach Steve Jobs für Deine Präsentation

Doch nun zu dem Teil des Beitrags, der Deine Präsentation weiterbringt. Es gibt einige Texte im Internet, die ebenfalls sich mit „Präsentieren wie Steve Jobs“ beschäftigen. Ich lege hier vor allem die Punkte dar, die auch ich bei Präsentationen umsetze.

Das ist deshalb wichtig zu betonen, da Jobs‘ Vorträge in der Regel Verkaufs- bzw. Marketingpräsentationen sind, Du und ich jedoch im Rahmen von Schule oder Studium Wissen vermitteln.

Hier besteht durchaus ein Unterschied, da Jobs bei Marketingvorträgen viel Eigenwerbung, Überredungskunst und Erfolgsrhetorik benutzt, das aber bei Präsentationen über ein Unterrichtsthema im schulischen Umfeld meist nicht passend ist. Daher sind die folgenden Tipps so von mir ausgewählt, dass sie eben auch für Deine Präsentation in Deinem Rahmen Sinn ergeben.

Im Übrigen sind diese Tipps vor allem für Vorträge mit Powerpoint oder einem vergleichbaren Programm, da auch Jobs natürlich mit der Software Keynote von Apple präsentierte. Gleichwohl lassen sich die Tipps auch bei Vorträgen ohne Computerunterstützung anwenden.

Lasse Platz auf Deinen Folien

Beim Blick auf die Folien vieler (Schüler-)Präsentationen, die mit einer Präsentationssoftware erstellt worden sind, fällt meist auf, dass viel zu viel Inhalt drauf ist. Das war bei mir lange Zeit auch der Fall (oh je, wenn ich nur dran denke…)! Zu viel Text, zu viele Stichpunkte oder zu viele Farben…

Bei den Präsentationen von Steve Jobs sind die Folien sehr minimalistisch gehalten. Manchmal ist gar nur eine einzelne Zahl darauf zu sehen, diese dafür aber riesengroß. Auch Bilder setzte Jobs ein, allerdings oft auch nur eins pro Folie.

Gerade dieser Minimalismus im Foliendesign habe ich mir besonders zu Herzen genommen. Ich werde natürlich noch einzelne Extra-Beiträge zum Thema Foliendesign bzw. Minimalismus für euch schreiben, aber von Jobs können wir schon mal Folgendes lernen:

Halte Deine Folien möglichst einfach, möglichst leer und möglichst mit nur einer Kernbotschaft!

Das hat mehrere positive Folgen für Deine Präsentation:

  • Deine Zuhörer können Dir besser folgen, da sie nicht von viel Text abgelenkt werden
  • Es ist klar, dass die Folien Dich unterstützen und Du nicht nur ein Beiwerk der Folien bist, das man auch weglassen könnte.
  • Du kannst freier sprechen, da Du um die wenigen Punkte auf den Folien herum erzählen kannst und auch musst (!) und nicht steif an dem Text auf den Folien hängst.

Ein Beispiel für eine minimalistische Folie aus einer meiner Präsentationen:

Spreche Herz und Hirn an

Jobs verstand es meisterhaft, in seinen Vorträgen neben den Fakten auch die Bedeutung eben dieser hervorzuheben.

Klar könnte man nur Zahlen vortragen, streng einer Chronologie folgen und mit Definitionen von Begriffen um sich werfen. Doch eine solche trockene Präsentation ermüdet die Zuhörer und sorgt für Langeweile. Meist haben Deine Zuhörer nicht den Einblick in das Thema wie Du als Experte.

Daher, und das wusste Jobs, muss man den Zahlen, Daten und Fakten Bedeutung geben und das Publikum auch emotional ansprechen. Das geschieht etwa durch die Verwendung von Adjektiven, Adverbien oder die Sprache in Bildern.

Statt also zu sagen: „Der Musikplayer kann 1243 Songtitel speichern, da das einer Speicherkapazität von 5 Gigabyte bei einer Klangqualität von 128 kbit/s entspricht“ (Zahlenwerte nur als Beispiel!), wurde daraus schlicht

1000 Songs in Deiner Hosentasche!

zusammen mit einem Bild des iPod. So war Jedem und Jeder im Publikum klar, was dieser iPod einem nutzt und jeder konnte sich den kleinen Musikplayer in seiner Hosentasche vorstellen. Gleichzeitig verlieh diese Bild des iPods in der Hosentasche der Leistung von Apple Bedeutung, diese große Zahl von 5 Gigabyte und über 1000 Songtitel in so ein kleines Gerät gepackt zu haben.

Für eine Schul- bzw. Hochschulpräsentation bedeutet dies für mich, dass ich mich frage, ob die reine Faktennennung wirklich ausreichend ist, oder ob ich die entscheidende Idee hinter den Fakten besser in eine bildliche Sprache verpacken kann. Ich versuche also mit Hilfe von Adjektiven, Metaphern (= Sprachbildern) oder emotionsgeladene Worte (z.B. „unglaublich“, „schlimm“ oder „absurd“) den Zahlen, Daten und Fakten Bedeutung zu geben.

Ich meine damit allerdings nicht, dass Du in der Präsentation völlig frei Schnauze reden und nur Umgangssprache verwenden sollst! Es bleibt noch immer ein Sachvortrag. Setzt Du aber diese emotionale und metaphorische Sprache in Deinem Vortrag dosiert ein, so macht dies Deinen Sachvortrag sicher viel interessanter!

Nutze die 3er Regel

Ich habe schon einen ganzen Artikel über die sogenannte 3er Regel, einem sehr mächtigen Stilmittel, verfasst. In Kürze nenne ich hier nochmals die wichtigsten Punkte dieser Regel, die Steve Jobs so virtuos umsetzte.

Bei vielen wichtigen Aufzählungen nannte Jobs genau drei Dinge. Seien es drei Funktionen, drei neue Geräte oder drei generelle Gliederungspunkte der ganzen Präsentation.

Jobs war sich bewusst, dass genau drei Dinge jeder Sorte in einer Aufzählung für das menschliche Empfinden am harmonischsten klingt, sie wirkt „rund“ und ist leicht zu merken.

Bei der Präsentation des iPhones 2007 nutzte Jobs diese 3er Regel besonders eindrucksvoll aus, als er verkündet, dass (1) ein iPod, (2) ein Telefon und (3) ein Internet „Communicator“ zu einem neuen Gerät verschmolzen sind.

Diese drei Dinge nannte Jobs mehrmals für sich hintereinander, um dann zu enhüllen, dass daraus ein einzelnes, neues Gerät entstehen würde. Schau Dir diesen besonderen Präsentations-Moment selbst an, egal, ob Du nun ein Apple Fan bist oder nicht. Es ist sehenswert (externer Link zu YouTube).

Für Deine Präsentation kannst Du die 3er Regel auch wirkungsvoll einsetzen.

Zähle etwa genau drei Beispiele auf, nenne drei Argumente oder gliedere Deinen Vortrag in drei große Teile.

Für noch ausführlichere Tipps schau Dir den erwähnten kompletten Artikel zur 3er Regel an.

Ich selbst habe die 3er Regel in einem meiner Vorträge an der Uni über den Zusammenhang zwischen Staatsausgaben und Wahlen etwa so umgesetzt:

Was Du von Steve Jobs nicht lernen musst

Die restlichen Tipps, die häufig bei den Aufzählungen über die „10 Tipps für eine Präsentation wie Steve Jobs“ genannt werden, sind aus meiner Sicht nicht für Sachvorträge im Rahmen von Schule oder Uni zu gebrauchen.

Sicher klingt es schön, „Ideen statt Produkte“ zu verkaufen.

Aber das Verkaufen ist nicht Deine Aufgabe!

Wie schon oben bereits gesagt, präsentierst Du Wissen und Erkenntnisse und musst Deine Zuhörer nicht davon überzeugen.

Auch ist der Tipp, einen „Feind“ am Anfang der Präsentation zu definieren und diesen dann im Laufe des Vortrags zu „besiegen“ sicher ein tolles Mittel für einen Vortrag von Vertriebsleuten oder Marketing-Beauftragten. Doch für ein Sachvortrag in aller Regel kaum zu gebrauchen. Ich habe diese „Feind-Definition“ bisher in meinen Vorträgen nicht umgesetzt.

Zusammenfassung

Lass mich also nochmal kurz die aus meiner Sicht wertvollsten Tipps für Deinen Vortrag nennen, die ich aus den Präsentationen von Steve Jobs gelernt habe. Welch Überraschung, es sind drei Stück:

  • Minimalismus auf den Folien
  • Emotionen im gesprochenen Wort & Bedeutung für die Zahlen
  • Drei von jeder Sorte klingt am harmonischsten

Bildquellen

Eigene Bilder

Quellen/Weiterlesen

  • Reynolds, Garr: Presentation ZEN. Zu meine Buchbesprechung
  • Heracleous, L., & Klaering, L. A. (2014). Charismatic Leadership and Rhetorical Competence: An Analysis of Steve Jobs’s Rhetoric.
  • Gallo, Carmine: Was wir von Steve Jobs lernen können: Verrückt querdenken – Strategien für den eigenen Erfolg

Videos bei YouTube

Nic

Nic

Ich bin Student, Generation Y und Espressogenießer. Auf diesem Blog gebe ich Dir viele Tipps, um einen super Vortrag zu halten.

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