Buchvorstellung: Eine Buchpräsentation erstellen

Bücher erzählen Dir tolle Geschichten. Du kannst beim Lesen in eine neue, eigene Welt eintauchen. Du kannst ganze Abende mit Lesen verbringen.

Um das Interesse an Büchern, am Lesen und das Leseverständnis zu fördern, verlangen Lehrpersonen auch in der Schule gerne Buchpräsentationen als Leistungsnachweis. Bei einer Buchvorstellung musst Du ein Buch Deiner Wahl so vorstellen, dass am Ende Deine Zuhörer Lust darauf haben, das Buch selbst zu lesen.

Was solltest Du also in einer Buchpräsentation machen?
  • das Buch und dessen Inhalt kurz vorstellen und dabei
  • Interesse am Buch wecken
  • Spannung aufrecht erhalten und nicht „spoilern“, also nix Wichtiges verraten!
  • am Ende noch Deine Meinung zum Buch sagen

In diesem Beitrag gebe ich Dir einen Überblick darüber, wie Du eine Buchvorstellung machst und eine Buchpräsentation erstellst.

Wie geht das genau? Sprungmarken zu den Punkten, die Dich interessieren:

Welches Buch stelle ich vor?

Ganz einfach: Stelle ein Buch vor, das Dir gefällt und das Du gerne gelesen hast. Oder: Ein Buch, das Dich total interessiert und Du es deshalb lesen wirst.

Einfach für eine Vorstellung sind Bücher mit einer richtigen Geschichte, also Jugendbücher (falls Du noch ein junger Schüler oder eine junge Schülerin bist), Romane, Thriller, Krimis, usw. Denn bei dieser Art von Fiktion, also einer vom Autor ausgedachten Geschichte, kannst Du diese Geschichte in der Inhaltsangabe kurz nacherzählen und auch den Spannungsbogen entsprechend aufbauen. Ein Storytelling im wahrsten Sinne des Wortes fällt Dir hier leicht.

Du denkst jetzt vielleicht: Hä? Aber jedes Buch hat doch eine Geschichte, oder?

Nein, nicht unbedingt. Eine andere und etwas anspruchsvollere Möglichkeit für eine Buchvorstellung ist ein Sachbuch. Ein Sachbuch erzählt in dem Sinn keine Geschichte mit Spannungsbogen, sondern ein Sachbuch vermittelt Wissen zu einem speziellen Sach-Thema. Ganz toll fand ich die berühmte WAS IST WAS Reihe, zum Beispiel über Gladiatoren. Manche Sachbücher für Kinder und Jugendliche können allerdings auch erzählerische Elemente enthalten, wenn die Informationen auf spielerische Art und Weise vermittelt werden.

Tolle Beispiele für erzählerische Sachbücher sind der Zahlenteufel (Mathematik), Caius, der Lausbub aus dem Alten Rom (Alltag im Antiken Rom) oder Mit Einstein im Fahrstuhl (Physik).

Buchpräsentation: Aufbau und Pflicht

Manche Dinge müssen so in einer Buchvorstellung vorkommen, weil sie von quasi allen (Lehrpersonen) als Pflichtbestandteile angesehen werden. Zu den Pflichtbestandteilen gehören zum Beispiel die grundlegenden Fakten zu dem Buch und zum Autor oder der Autorin des Buchs.

Ebenso Pflicht ist eine kurze Inhaltsangabe. Die darf allerdings nicht zu viel verraten , da Du ja Interesse am Buch wecken sollst. Das Interesse wäre weg, wenn jeder zum Beispiel wüsste, wer der Täter in einem Krimi ist. Am Ende der Vorstellung teilst Du Deinem Publikum Deine eigene Meinung zum vorgestellten Buch mit.

Eine Leseprobe aus dem Buch ist bestimmt gerne gehört und möglicherweise auch verlangt. Allerdings kommt es auf Deine Lehrperson darauf an, ob und in welchem Umfang eine Leseprobe zur Buchvorstellung zählen sollen. Frage hier am besten nach.

Buchfakten

Zu Beginn der Buchvorstellung ist es üblich, die „harten Fakten“ zu nennen. Dieser Teil dauert in der Regel nur 1-3 Minuten, da Du insbesondere die Infos zum Autor nur kurz halten solltest, da es ja vornehmlich um das Buch gehen soll.

  • Buchfakten: Buchtitel, Buchgattung (das sogenannte Genre), Seitenzahl, Erscheinungsjahr, Preis und Verlag
  • Autor Fakten: kurze (!) Biographie und eventuell einer Hintergrundinformation, warum der Autor das Buch geschrieben hat, z.B. wenn aus der Biografie hervorgeht, dass der Autor Erlebnisse aus seinem Leben verarbeitet.
  • Buch Cover: Was oder wer ist auf dem Cover zu sehen?

Inhaltsangabe für Bücher mit Geschichte

Stelle als Hauptteil Deiner Buchpräsentation die Handlung Deines Buches inform einer Inhaltsangabe vor.

Um wen geht es?

  • Wer sind die Hauptpersonen?
  • Wie stehen die Hauptpersonen zueinander?
  • Was haben die Personen für Eigenschaften (kurze Charakterisierung)?
  • Beschreibe die Charaktere mit anschaulichen Adjektiven (schön, laut, verrückt, draufgängerisch, schlau, sensibel, ruhig,…), sodass Deine Zuhörer sich die Person richtig vorstellen können.

Achtung: Verrate z.B. bei einem Krimi dabei nicht, wer der Täter ist (sondern spreche z.B. nur von „Verdächtigen“)

Wo und wann spielt das Geschehen?

  • Hat die Geschichte einen historischer Hintergrund oder spielt sie an einem berühmten Ort?
  • Spielt die Geschichte zum Beispiel im Mittelalter oder in einer Fantasiewelt oder in der Zeit des Zweiten Weltkrieges?

Um was geht es?

Das Wichtigste ist natürlich die Handlung! Gib Deinem Publikum eine kurzen Überblick über die Handlung Deines Buches.

Dabei musst und sollst nicht jedes Kapitel einzeln nacherzählen, sondern einen Grobüberblick über die „ganze Geschichte“ geben. Du hast ja schon die Hauptpersonen und die zeitlichen und örtlichen Umstände geschildert. Nun erzählst Du noch, was die Hauptpersonen denn überhaupt machen, was sie tun und was sie erleben.

Wie bei den Hauptpersonen gilt auch besonders bei der Handlung: Verrate nicht alles, und schon gar nicht das Ende! Dein Publikum soll das Buch ja auch noch gerne lesen wollen…

Wie wird die Geschichte erzählt?

  • aukorial? Erzählt ein allwissender Erzähler die Geschichte mit „Draufsicht“?
  • personal? Wird das Bewusstsein der Figuren beschrieben oder erfolgt die Darstellung der Situation aus dem Blickwinkel der beteiligten Personen?
    Oder wird die Geschichte neutral erzählt?
  • Ich-Erzähler? Obacht: Die Ich-Erzähler-Perspektive kann mit auktorialer, personaler oder auch neutraler Perspektive zusammen auftreten!
Bei Büchern mit Story
  • Um wen geht es?
  • Wo und wann spielt die Geschichte?
  • Was für eine Handlung wird erzählt?
  • Wie wird die Geschichte erzählt?

Inhaltsangabe für Sachbücher

Bei Sachbüchern kannst Du in der Regel keine „Geschichte“ vorstellen.

Anstatt dessen beschreibst Du, worum das Sachbuch geht, also welches Thema oder welche Themen abgedeckt werden.

Dazu ist es interessant zu wissen, ob der Autor oder die Autorin mit dem Buch eine bestimmte Meinung vertreten. Soll man nach dem Buch eine andere Haltung zu einem Problem haben als vorher? Dies ist zum Beispiel bei Büchern über die Folgen des Klimawandels, von Massentierhaltung oder von schlechter Ernährung der Fall. Hier soll das Sachbuch aufklärende Wirkung haben, und Du als Leser sollst Dein Verhalten aufgrund der neuen Informationen Dein Verhalten ändern, oder zumindest überdenken.

Für Dein Publikum bestimmt auch interessant ist, ob Bilder, Diagramme oder Grafiken im Sachbuch vorhanden sind. Diese visuellen Elemente helfen oft ungemein beim Verstehen. Das Buch wirkt in diesem Fall nicht mehr so trocken und langweilig.

Sind die Abbildungen gut gemacht, dann reicht manchmal nur das Bild aus, um wichtige Dinge zu erkennen. Ich denke hier zum Beispiel an meine Bücher zur Römischen Antike mit den Bildern der Legionäre oder der Bilder der Antiken Städte mit den tollen Gebäuden, Tempel und Aquädukten.

Bei fortgeschrittenen Sachbüchern denke ich zum Beispiel an Pfeildiagramme, die Ursache und Wirkung nochmals verdeutlichen.

Oder ich denke an Landkarten, die mir helfen, die Argumente zur Geopolitik bestimmter Länder besser zu verstehen.

Bei Sachbüchern:
  • Worum gehts?
  • Welches Thema?
  • Wie ist das Buch gegliedert?
  • Vertritt der Autor oder die Autorin eine bestimmte Position in dem Buch?
  • Sind Abbildungen, Grafiken oder Diagramme vorhanden?

Leseprobe

Die Leseprobe, die Du vorliest, soll stellvertretend für das ganze Buch stehen. Die Stelle soll die Art des Buches verdeutlichen.

Lese eine spannende Stelle bei Romanen oder Krimis vor! Eine spannende Stelle ist meistens ein Wendepunkt in der Erzählung.Wie bei der kurzen Inhaltsangabe auch darfst Du Deinen Zuhörern die Spannung nicht ganz nehmen. Lese also nicht auch die Auflösung der spannenden Situation vor. Lese vielmehr nur genau soweit, dass die Spannung auf dem Höhepunkt ist und Dir alle am liebsten sofort Dir das Buch aus der Hand reißen wollen!

Solltest Du kein spannendes Buch, sondern ein lustiges Buch gewählt haben, so lese gerade eine besonders lustige Stelle vor. Dies gilt auch für andere Eigenschaften.

Erkläre vor dem Vorlesen kurz die Vorgeschichte zu dieser Stelle, also bette die Textstelle in die Gesamthandlung ein oder führe Deine Zuhörer zu der Textstelle hin. Sage also so etwas wie: „Ich lese jetzt eine besonderes spannende Stelle aus dem Buch vor. Die Handlung setzt ein, als (Name der Hauptperson) gerade (etwas tut) und (Name der anderen Hauptpersonen) ihn dabei (unterstützen). Sie sind auf dem Weg nach (Ort des Geschehens).“

Wenn Du ein Sachbuch vorstellst, dann wähle eine besonders interessante Stelle aus. Stelle also eine Stelle vor, an der ein interessanter Fakt oder Info präsentiert wird, die Du selbst vorher noch gar nicht wusstest (und daher Dein Publikum wahrscheinlich auch nicht).

Übe das Vorlesen so lange, bis Du die Stelle perfekt lesen kannst und dabei auch die richtigen Betonungen drauf hast. Die Spannung musst Du transportieren können, eta durch langsameres Lesen mit kurzen Pausen. Die wörtlichen Reden könntest Du mit leicht verschiedenen Stimmen lesen.

Hier empfehle ich, dass Du Dir mal ein Hörbuch anhörst, wie sich ein schönes Vorlesen anhören kann. Natürlich kannst Du nicht die gleiche Stimme haben wie ausgebildete Schauspieler, dennoch kannst Du Dir in Sachen Betonung und Sprechtempo etwas abgucken.

Am Schluss: Sage Deine Meinung.

Den Abschluss der Buchvorstellung bildet Deine Meinung. Du hast das Buch gelesen. Du hast das Buch ausgewählt. Du bist der Experte zu diesem Buch. Deine Meinung zählt.

Was gefällt Dir besonders an dem Buch?

Ist es besonders spannend, gruselig, romantisch oder sogar mehrere Eigenschaften gleichzeitig? Hier kannst Du zum Beispiel auf die Textstelle verweisen, die Du vorgelesen hast. Diese Textstelle hast Du bestimmt gerade deshalb ausgewählt, weil sie zeigt, was an Deinem Buch so besonders ist.

Was gefällt Dir nicht an dem Buch?

Sei aber auch kritisch dem Buch gegenüber. Es gab bestimmt Stellen im Buch, die Du nicht so besonders gut fandest. Gab es zum Beispiel längere Abschnitte, die Du langweilig oder anstrengend zu lesen fandest?

Wie ist das Buch zu lesen?

Ist es Dir schwierig oder leicht gefallen, das Buch zu lesen und auch zu Ende zu lesen? Gibt es viele schwierige Wörter?

Buchpräsentation erstellen mit Powerpoint

Im Grunde braucht Du für eine Buchvorstellung keine eigene Präsentation im Sinne eines zusätzlichen Mediums außer Dir. Wenn Du mit Deinem Buch vor der Klasse stehst und den obigen Aufbau befolgst, kann das schon eine gute Buchvorstellung werden.

Allerdings verlangen Lehrpersonen oft auch eine Art der Präsentation, also eine visuelle Aufbereitung Deines Wissens. Sollte Deine Lehrperson keine Vorgaben zum Präsentationsmedium machen, so kannst Du über eine Powerpoint Präsentation nachdenken.

Natürlich gibt es auch andere Arten, eine Präsentation zu erstellen. Ich bin ein gebranntes Kind und weiß, dass man bei Powerpoint allzu leicht „Herumspielen“ kann. Dennoch halte ich Powerpoint gerade in der heutigen digitalen Zeit für angebracht, maßvoll eingesetzt natürlich dank der Tipps hier auf dem Blog.

Solltest Du Dich also dafür entscheiden, Deine Buchpräsentation mit einem Präsentationsmedium wie Powerpoint zu machen, dann mache die Struktur wie oben beschrieben.

Benutze möglichst wenige Folien!

Als Folie für Deinen Einstieg kannst Du das Cover des Buches in groß zeigen. Achte hier auf die Auflösung des Bildes. Es reichen dann in der Regel 1-2 Folien pro Abschnitt der Buchvorstellung. Nenne also eine der ersten Folien „Fakten“. Zeige ein Bild des Autors oder der Autorin.

Schreibe auf all Deinen Folien zudem wenig Text. Schreibe auf keinen Fall ganze Textstellen wörtlich ab und klatsche sie auf die Folien. Deine Zuhörer sollen Dir zuhören und nicht mitlesen müssen.

Während Leseprobe z.B. wieder die Folie nur mit dem Cover oder einfach eine weiße oder schwarze Folie.

Quellen/Weiterlesen

Bildquellen

  • Titelbild: eigenes Bild
Nic

Nic

Ich bin Student, Generation Y und Espressogenießer. Auf diesem Blog gebe ich Dir viele Tipps, um einen super Vortrag zu halten.

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