10 Tipps, um eine grauenhafte Präsentation zu halten

Auf keinen Fall nachmachen!

Ganz wichtige Info vorneweg: Dieser Beitrag ist sehr ironisch gemeint! Die Tipps sind wirklich dazu da, eine schlechte Präsentation zu halten, also genau das Gegenteil dessen, was eigentlich Dein Ziel ist!

Daher: Lesen, amüsieren aber gar nicht umsetzen. Super wäre es, wenn Du es schaffst, jeweils eben das Gegenteil umzusetzen. Dabei sollen Dir natürlich auch all die anderen Beiträge hier auf meiner Webseite helfen!

Meine Tipps in Kürze:

Legen wir also los mit einer total grauenhaften Präsentation.

Schaue nicht ins Publikum, sondern zu Deinen Folien

Ein wichtiger Tipp für einen grauenhaften Vortrag ist, dass Du so oft wie möglich mit dem Rücken zu Deinem Publikum stehst. Das hat dann den Vorteil, dass Du die vielen Stichpunkte (siehe Tipp 2) auch hervorragend ablesen kannst, und zwar direkt von der Tafel bzw. der Beamer-Leinwand. Außerdem musst Du nun nicht ständig den Blickkontakt mit Deinen Zuhörern halten, sondern kannst ihnen das Desinteresse am Thema durch eine negative Körpersprache direkt vorleben.

Damit Du diesen Tipp für eine grauenhafte Präsentation noch besser umsetzen kannst, rate ich Dir auch dringend davon ab, eine Präsentationshilfe wie einen Presenter zu nutzen.

Mache möglichst viele Stichpunkte

Geradezu ein Klassiker der Powerpoint-Technik ist der massenhafte Einsatz von Bulletpoints, zu deutsch Stichpunkte. Denn nur mit mehr als fünf Stichpunkten pro Folie stellst Du sicher, dass Dein Publikum sich garantiert langweilt. Zum einen aufgrund der vorbildlichen Eintönigkeit der Foliengestaltung und zum anderen ob der dadurch sehr kleinen Schriftgröße der vielen Punkte. So kann nämlich kaum jemand den Text wirklich lesen.

Folie zu viel Text

Schreibe lange, ganze Sätze

Wo wir gerade bei Text auf den Folien sind. Noch kleiner wird die Schriftgröße, wenn Du die vielen Stichpunkte noch mit möglichst langen, vollständigen Sätzen kombinierst.

Diese sind bestimmt schwer zu lesen und Dein Publikum gähnt bereits nach dem dritten langen Satz. Außerdem zeigst Du so, dass Du nicht genau weißt, was jeweils der wichtige Punkt in diesem Satz ist und warum der Satz wichtig ist.

Schlechte Folie bunt viel Text

Lese Wort für Wort vor

Wenn Du die Punkte 2 und 3 umsetzt, sollte es ein Leichtes sein, das Gähn-Niveau nochmals zu erhöhen. Lese dazu alle Stichpunkte bzw. Sätze genau so vor, wie Du sie auf die Folien geschrieben hast. Weiche nicht vom Wortlaut ab, denn das wird Dir sonst noch als freies Sprechen ausgelegt! Insbesondere die langen Sätze solltest Du besonders langsam und deutlich lesen.

Dabei hilft Dir wiederum Punkt 1: Drehe Dich spätestens jetzt von Deinem Publikum weg und lese den Satz direkt von der Folie ab. Solltest Du kein Powerpoint oder Ähnliches benutzen, so gilt dieser Hinweis auch für Dein Tafelbild oder die Overhead-Folie.

Verwende ein DIN A4 Blatt als Notizzettel und schreibe es randvoll

Solltest Du mit Punkt 1 doch Probleme haben, da Du so in Verdacht kommst, manchen Stichpunkt auch ohne Hilfsmittel sagen zu können, schreibe Dir am besten eine Notizseite. Karteikarten sind hierfür allerdings viel zu praktisch, da sie klein und unauffällig wirken. Nutze für eine grauenhafte Präsentation lieber ein großes DIN A4 Blatt, das Du am Computer mit maximal Schriftgröße 9 beschreibst oder gar handschriftlich mit feinster Schrift anfertigst.

Halte dann während des Vortrags dieses Blatt Papier immer möglichst nah vor die Augen, sodass klar wird, dass Du davon abliest. Hin und wieder solltest Du auch unbeholfen damit rascheln, wenn Du beispielsweise den Faden verloren hast. Das zeigt Deine Unsicherheit und Unwissenheit sehr gut.

Rede möglichst leise

Wenn Du die Notizen oder die Stichpunkte vorliest, dann tue dies mit einer leisen Stimme. Diese wirkt nämlich noch viel unsicherer als eine ebenfalls unpassende besonders laute Stimme. Eventuell sagst Du auch häufig Füllwörter wie „äh“ oder „ehm“. Aber so schlimm ist dies nicht. Viel wichtiger als der Gebrauch von Füllwörtern für eine grauenhafte Präsentation ist die leise und undeutliche Aussprache. So stellst Du sicher, dass Dich außer vielleicht der ersten Reihe niemand wirklich versteht.

Sollte Dich jemand darauf hinweisen, doch etwas lauter zu sprechen, stelle Dich am besten taub. Fortgeschrittene Dilettanten könnten natürlich auch in ein wildes Schreien umschalten, das deutlich zu laut für eine positiv zu bewertende deutliche Aussprache ist.

Verwende viele Fremdwörter ohne zu wissen, was sie bedeuten

Für einen grauenhaften Vortrag zuträglich ist auch die Verwendung vieler Fremdwörter aus dem Lateinischen, Griechischen oder zumindest Englischen. Diese kannst Du am besten auch selbst kaum aussprechen. Besonders gut klappt das bei Betriebswirtschaftsthemen unter Zuhilfenahme der englischen Fachtermini.

Wenn Du von Deinen Zuhörern oder gar dem Dozenten nach einer Erklärung gefragt wirst, versuche das Wort mit weiteren, neuen Fremdwörtern zu erklären oder sage einfach, dass Du selbst keinen blassen Schimmer hast.

Lasse wichtige Dinge einfach weg, betone unwichtige Fakten

Statt in großen Zusammenhängen, logischen Geschichten oder anhand eines roten Fadens zu erzählen (wie beim Elevator Pitch), versuche möglichst viele einzelne Fakten und Zahlen zu nennen. Dies kann beispielsweise über die beteiligte Person in einem geschichtlichen Ereignis sein, obwohl das Ereignis selbst viel wichtiger, interessanter und das eigentliche Thema des Vortrags ist. Halte Dich aber hier lieber mit Geburtstagen, Sterbedaten und Lebensläufen (ggf. auch der Kinder der Person!) auf. Nenne bei den Zahlen auch immer möglichst viele und stelle sie nicht in einen Zusammenhang. Sonst versteht Dein Publikum sogar noch die Bedeutung der trockenen Materie!

Achte auf kleine, verpixelte Bilder

Solltest Du wirklich vorhaben, Deinen Vortrag mit Bildern etwas aufzulockern, dann nehme aber zumindest kleine Bilder mit einer geringen Auflösung. Ziehe dieses kleine Bild dann manuell groß und gehe während des Vortrags aber nicht auf den Inhalt des Bildes ein, sondern lasse es möglichst unerwähnt. Besonders unansehnlich wird das Bild, wenn es sich im Kontrast stark vom Hintergrund abhebt. Sehr gut funktioniert dies, sofern das Bild einen weißen Hintergrund hat, Deine Folie aber (auch ein guter Punkt für eine schlimme Präsentation!) kunterbunt gehalten ist.

Ein Bild solltest Du zudem keinesfalls am Anfang oder am Ende eines Vortrags zeigen, da Dir dies als gelungener Einstieg bzw. gelungenes Ende ausgelegt werden kann. Starte lieber klassisch mit:

Äh, hallo, ich heiße Peter Heinz Muster und will heute was über XY erzählen“.

schlechte Einstiegsfolie beispiel

Zeige Dich bei Fragen völlig ahnungslos

Am Ende des Vortrages ist es üblich, dass Dein Publikum oder auch Dein Dozent Fragen über den Inhalt (und sei er noch so schlecht) und darüber hinaus stellt. Hier darfst Du den grauenhaften Vortrag nicht durch zusätzliches Wissen noch verbessern! Lerne nur genau das, was Du im Vortrag Wort für Wort abliest.

Wenn Fragen kommen, die mithilfe der Folien zu beantworten sind, klicke hektisch dahin zurück und fordere den Fragesteller auf, den Text selbst abzulesen. Wenn die Frage über die Folien hinaus geht, versuche zunächst mit Fachwörtern um dich zu werfen (Tipp 7), obwohl Du keine Ahnung hast. Sollte das nicht genug sein, sage einfach gar nichts oder presse ein „weiß nicht“ heraus.

Hinweis zum Schluss: NOT-to-do!

Ich hoffe, Du konntest ein bisschen lachen und Dir ist klar, dass dies gewissermaßen eine NOT-To-Do-Liste war! Solltest Du einen super Vortrag halten wollen, so mache am besten genau das Gegenteil mithilfe der anderen Tipps, die Du auf meiner Webseite findest.

Und nun wie versprochen noch das Video einer echt witzigen, miesen Präsentation. Immerhin war am Ende die Erklärung zu einer Zuschauerfrage echt gut…

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Eine andere Auswahl Top 10 Fails gibt es hier zu sehen:
YouTube: TEIL 1 & TEIL 2

Bildquelle

eigene Bilder

Nic

Nic

Ich bin Student, Generation Y und Espressogenießer. Auf diesem Blog gebe ich Dir viele Tipps, um einen super Vortrag zu halten.

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